„Frauenmangel im Kanton Uri“

 In der Tat leben im Kanton Uri seit dem Jahr 2000 mehr Männer als Frauen. In Gebieten, die stärker mit Abwanderung kämpfen, wie es bis es auch auf Uri zutraf oder zutrifft, sind es vor allem die Frauen, die neue Wege ausserhalb ihrer Heimat gehen. Warum ist das so? Ich sehe dafür zwei Gründe als ursächlich an. Erstens ist es das Verhältnis der Arbeitskräfte nach Sektoren. Im Kanton Uri ist der Anteil der Beschäftigten im ersten (Uri 10.6%, CH 4.3% 2008) und im zweiten Sektor (Uri 32.5%, CH 22.8% 2008) vergleichsweise hoch. Beides Sektoren die eher von männlichen Arbeitskräften und Berufsbildern dominiert sind. Der dritten Sektor ist hingegen in unserem Kanton vergleichsweise schwach ausgeprägt  (Uri 56.9%, CH 73.7% 2008). Frauen arbeiten heute nicht nur mehr und länger als noch vor Jahren, sie sind auch besser ausgebildet und sind überdurchschnittlich im 3. Sektor vertreten. Mit anderen Worten ist es für Frauen schwieriger im Kanton Uri ihnen entsprechende Arbeit zu finden. Der zweite damit zusammenhängende Faktor für das eher männlich dominierte Uri dürfte sein, dass Frauen nicht nur flexibler in der Arbeitssuche sind, sondern in ihrem neuen Arbeitsumfeld leicht Kontakte knüpfen und ihr neues soziales Netzwerk aufbauen. Zudem scheint es auch so zu sein, dass Frauen eher bereit sind, den Wohnort oder Lebensmittelpunkt an denjenigen des Partners zu verlegen. Die attraktiven Urner Frauen sind also offensichtlich auch ausserhalb Uris als hervorragende Mitarbeiterinnen und Partnerinnen sehr begehrt. Am Wohnstandort liegt es aber nicht, denn dieser ist für Frauen und Familien überdurchschnittlich attraktiv wie es kürzlich eine Studie belegte. Die Steuerbelastung ist insbesondere für Familien mit Kindern sehr tief, die Wohnkosten moderat, der Bildungsstandort hervorragend, die Anbindung mit dem öffentlichen Verkehr an die Zentren sehr gut, das soziale Gefüge intakt und die Landschaft mit Seen und Berge sehr schön. Mit dem Aufbruch im Tourismus in Andermatt werden in Zukunft vermehrt attraktive Arbeitsstellen im dritten Sektor auch für Frauen geschaffen werden – dann steht nichts mehr im Wege, dass die Frauen wieder in Uri verbleiben oder nach Uri kommen. Ausserdem zeigte eine weitere Studie, dass die glücklichsten Frauen der Schweiz im Kanton Uri (in Schattdorf) leben. An den ebenso attraktiven und begehrten Urner Männern liegt es also genau so wenig.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Einwanderung-bringt-Maenner-in-die-Ueberzahl/story/22310028

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