Winterhorn: Neubeginn als Chance

Die unter der Leitung des Urner Regierungsrats abgeschlossenen Vereinbarung mit den Umweltverbänden über die Skiinfrastrukturanlagen Urserntal-Oberalp beinhaltet, dass die Andermatt-Sedrun Sport AG (ASS) gemeinsam mit der Korporation Ursern und der Gemeinde Hospental innert acht Jahren nach rechtskräftigem Plangenehmigungsentscheid des Bundesamts für Verkehr für den Rückbau der Anlagen am Winterhorn zu sorgen haben. Die Umweltverbände waren nur unter dieser Bedingung bereit, die neue Skiarena Andermatt-Sedrun zu akzeptieren. Am Vorabend der Vertragsunterzeichnung wurde zudem klar, dass die Umweltverbände nur bereit sind, die Vereinbarung zu unterschreiben, wenn auch zur künftigen Nutzung des Winterhorns Aussagen gemacht werden. Deshalb wurde vereinbart, dass bei der nächsten Gesamtrevision des Richtplans (in 10-15 Jahren) oder bei einer allfälligen nächsten Richtplananpassung im Zusammenhang mit der Sanierung der Bahnen am Gemsstock, der Kanton gemeinsam mit der Gemeinde, der Korporation Ursern als Landeigentümerin und den Umweltverbänden ein Landschaftsschutzgebiet angehen wird. Eine Richtplanänderung bedarf des Einbezugs aller involvierten Kreise und wird  frühestens in acht Jahren angegangen werden. Es ist dabei keine Rede davon, dass am Winterhorn keine touristische Nutzung mehr möglich sein soll, die Nutzung wird aber in Richtung sanfter Tourismus gehen. Eine vorgängige Information, bzw. Einbezug der Gemeinde und der Korporation war durch den grossen Zeitdruck leider nicht mehr möglich.

Seit Jahren konnten die Anlagen am Winterhorn leider nicht betriebswirtschaftlich betrieben werden und es ist auch trotz grosser Anstrengungen von verschiedensten Akteuren über Jahre hinweg nicht gelungen, Investoren zu finden. Auch führten Gespräche weder mit der ehemaligen AGS noch mit der ASS dazu, dass Lösungen für das Winterhorn gefunden werden konnten. Der Kanton hat die Gemeinde bei der Lösung für das Winterhorn unterstützt und an einem runden Tisch mit Investoren das weitere Vorgehen im Sommer aufgezeigt. Leider kam diese Investition nicht zu Stande, bzw. hat der Kanton diesbezüglich keine SIgnale mehr erhalten und musste zur Kenntnis nehmen, dass der Rückbau der Anlagen leider nicht mehr zu verhindern ist.

Stillgelegte Anlagen, wie es beim Winterhorn der Fall ist, müssen gemäss Seilbahngesetz auf Kosten des Eigentümers entfernt werden. Wenn die bisherige Eigentümerin der Bahnen nicht selber für den Rückbau sorgen kann, dürfte die Altlastensanierung der Landeigentümerin anheimfallen. Die Vereinbarung erweist sich deshalb für die Korporation und Gemeinde als vorteilhaft, kann sie doch auf Grund der Vereinbarung mit der ASS den Rückbau und die Finanzierung in  einem Verteilschlüssel aushandeln. Zudem ist es für die Landschaft richtig, dass nicht mehr gebrauchte Altlasten entfernt werden und die Natur wieder ihren Platz bekommt.

Es ging letztlich um die Abwägung der Interessen zwischen Erneuerung und Sanierung der Skianlagen im Urserntal von Andermatt und Sedrun einerseits und dem Umgang mit den rückzubauenden Anlagen am Winterhorn ohne ernsthafte Zukunftsperspektiven andererseits. Mit der Vereinbarung konnte der Weg für eine Zukunftsperspektive für das ganze Tal geöffnet werden. Ohne eine solche wären wir hingegen über kurz oder lang vor grossen Problemen auch bei den dringend zu sanierenden Anlagen in Andermatt gestanden. Auch Hospental wird als Tourismusdestination vom Ausbau des Skigebietes zwischen Andermatt und Sedrun profitieren. Hospental wird via die MGB einen direkten ÖV-Anschluss zur neuen Talstation der Gondelbahn Nätschen-Gütsch im Bahnhof Andermatt verfügen. Und: Es gibt viele Menschen, die die intakte Natur lieben und sie wandernd erkunden wollen, es gibt viele Menschen, die intakte und ruhige Dörfer wie Hospental lieben und entdecken wollen. Ich bin sicher, Hospental hat Zukunft, wir müssen sie nur in Gang setzen. Der Kanton wird die Gemeinde Hospental bei der Umsetzung und der Neuausrichtung des Tourismus nach Kräften unterstützen. Neubeginn als Chance!

Veröffentlicht unter Natur und Landschaft, Raumentwicklung | Hinterlasse einen Kommentar

Kommentare sind geschlossen.