Hohes Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in politische Institutionen der Schweiz

Erfreuliche politikwissenschaftliche Befunde von Prof. Dr. Markus Freitag zur Haltung der Schweizerinnen und Schweizer zu den politischen Institutionen. Die Schweiz zeichnet sich im internationalen Vergleich durch hohes politisches Vertrauen zur Demokratie, in Institutionen, Akteure und Parteien, sowie durch hohe politische Teilnnahme und politisches Wissen aus (in Gastkommentar NZZ, 28. Mai 2013 http://www.nzz.ch/meinung/debatte/den-institutionen-vertrauen-1.18087720):

Zunächst zeigen die Erhebungen, dass die Orientierungen der Schweizerinnen und Schweizer gegenüber der Demokratie sowie gegenüber den Institutionen und Akteuren, die am Prozess der Politikgestaltung beteiligt sind, in den vergangenen 15 Jahren von hoher Stabilität waren. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz hinsichtlich der Zustimmung zum Ordnungsmodell der Demokratie, mit Blick auf das Vertrauen in die Institutionen sowie in Fragen der politischen Anteilnahme der Bürgerinnen und Bürger mit die beste Bilanz auf. Das politische System kann gemäss jüngsten Erhebungen von einem ausserordentlichen politischen Unterstützungskredit und Vertrauensvorschuss seitens der Bevölkerung ausgehen.

Hinsichtlich der Zufriedenheit mit der Demokratie erklimmt die Schweiz gemäss Zahlen aus dem Jahre 2010 im europäischen Vergleich den Rang des Europameisters. Nur noch in Dänemark, Norwegen und Schweden äussern die Menschen ein ähnlich ausgeprägtes demokratisches Wohlbehagen. Anzeichen einer Abkehr von den grundlegenden politischen Strukturen des Landes sind damit nicht zu erkennen.

Mehr noch als durch das vergleichsweise abstrakte Konzept der Demokratie werden die Alltagserfahrungen der Bürgerinnen und Bürger durch das Handeln von Akteuren innerhalb politischer Institutionen berührt. Die europaweite Einordnung zeigt hier, dass die Schweiz durchgängig Spitzenpositionen im Bereich des Vertrauens zu den politischen Institutionen und Akteuren einnimmt.

Die Schweizerinnen und Schweizer bringen dabei gerade ihrer Regierung – also dem Bundesrat – im internationalen Vergleich das höchste Vertrauen entgegen. Beim Vertrauen ins Parlament, in die Justiz, in die Polizei sowie in Interessengruppen und Politiker gehört die Schweiz zu den Nationen mit überdurchschnittlich hohen Werten und placiert sich regelmässig unter den am höchsten klassierten Nationen.

Auch was die Wertschätzung der oftmals gebeutelten politischen Parteien angeht, rangiert die Schweiz hinter den skandinavischen Ländern Schweden, Dänemark und Norwegen sowie den Niederlanden im vorderen Drittel Europas. Bezogen auf das politische Interesse zeigt sich indes, dass die Bürgerinnen und Bürger Europas sich insgesamt eher mässig für das politische Geschehen interessieren und nur eine Minderheit den politischen Vorgängen überdurchschnittliches Interesse entgegenbringt. Hierzu gehören neben der Bevölkerung in Dänemark, den Niederlanden, Deutschland und Schweden auch die Schweizerinnen und Schweizer. Das Gefühl von subjektiver politischer Kompetenz und politischem Einfluss ist bei den Schweizern im Ländervergleich aber wiederum überdurchschnittlich stark entwickelt“ (Freitag in NZZ vom 28. Mai 2013).

 

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