Frauen in der Politik: „Wir suchen eine hochmotivierte Persönlichkeit…

… mit grosser fachlicher Kompetenz in den Bereichen Bildung, Bau, Recht, Soziales, Gesundheit, Volkswirtschaft und Finanzen. Sie haben grosse Erfahrung im Management von anspruchsvollen Geschäften in einem anforderungsreichen Umfeld. Führungserfahrung und diplomatisches Geschick setzen wir voraus. Sie werden mit divergierenden Ansprüchen von verschiedensten Gesellschaftsschichten,  Berufsgruppen und Behörden konfrontiert sein. Medienarbeit fällt Ihnen leicht und Sie können komplexe Inhalte gut kommunizieren. Sie sind stressresistent, verschwiegen, teamfähig und bereit, auch taktischen Fragen nicht aus dem Weg zu gehen. Sie sind gerne der öffentlichen Meinung ausgesetzt und sind mit vollem Engagement dabei. Wir bieten Ihnen eine hochinteressante Tätigkeit, in der Sie an der Zukunft unserer Gesellschaft mitarbeiten und viele interessanteste Begegnungen haben werden. Fühlen Sie sich angesprochen, dann zögern Sie nicht und machen Sie den Schritt in die Politik“.

Frauen übernehmen mit Selbstverständnis politische Ämter mit obigen Anforderungsprofil und tun die Arbeit gut. Drei Bundesrätinnen, Frauen in allen Kantonsregierungen, steigender Frauenanteil sowohl im eidgenössischen Parlament als auch auf Stufe der Gemeinden seit Einführung des Frauenstimmrechts sind Ausdruck dieses Erfolgs. Politische Laufbahnen sind mehrschichtig. Sie beginnen meist zu einem späteren Zeitpunkt als der Einstieg ins Berufsleben. Sie sind auf Lebensläufe von Frauen zugeschnitten. Frauen müssen die Chance Politik aber ergreifen. Es gilt als Voraussetzung für den Eintritt in die Politik, sich für die politische Arbeit fit zu machen. Es gilt drei Hürden zu überwinden. Beinahe jede politische Karriere beginnt mit der Überwindung der Eintrittshürde in eine Partei. Die Frauen sind gefordert, sich in Parteien zu engagieren und die Parteien sind gefordert, Frauen gute Wahlchancen für attraktive politische Ämter einzuräumen. Der Erfolg von Frauen in der Politik ist zwar sehr erfreulich, aber er verschleiert die noch immer schlechteren Wahlchancen von Frauen. Dann folgt die Hürde der Wahl. Ist die Wahl gewonnen, folgt „Learning on the Job“ – denn trotz hoher Anforderungen: Politik ist lernbar. Dabei sollten Frauen nicht vergessen, dass die die Regeln der Macht geschlechtsneutral sind. Darum tun Frauen gut daran, bereits während ihrer Tätigkeit auch an die dritte Hürde, diejenige der Wiederwahl zu denken.  Und mit jedem Jahr und mit jedem Amt erwerben Frauen mehr Kompetenzen gemäss dem obigen Anforderungsprofil – es ist nur noch zu hoffen, dass die Wirtschaft erkennt, welch grosses Wissen Frauen aus der Politik auf allen Ebenen des Staates mitbringen und welchen Nutzen, diese Frauen auch in der Wirtschaft stiften können.

Erschienen in: Zentralinfo: Informationen der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ, 04/2013. November.

 

 

 

 

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