Landeswallfahrt in Einsiedeln 2014

Urner Landeswallfahrt Einsiedeln –
Begrüssung durch Landammann Heidi Z’graggen

Hochwürdige Geistlichkeit
Liebe Pilgerinnen und Pilger aus Uri

Seit mehr als hundert Jahren machen wir Urnerinnen und Urner uns „über Stock und Stein“ auf den Weg zur Wallfahrt in Einsiedeln. Vielfältig sind die Beweggründe „unserer“ Wallfahrt.

Wir sind unterwegs, wir brechen auf, wir brechen aus, weil wir wissen, dass „niemals ein Pilger nach Hause kommt, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben“. (Thomas Morus).

Wir suchen, wir finden, wir fangen neu an, weil wir wissen: „Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Macht euch nur von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein“ (Christian Morgenstern).

Wir bitten, um Gesundheit, Lebensfreude, Wohlergehen, Zuversicht, Zufriedenheit, und um Glück für uns, unsere Angehörigen, unser Kanton, unser Land. Wir bitten darum, dass unsere Bürde nicht zu schwer sein werde. Dazu hat mir folgende Geschichte grossen Eindruck gemacht:
Gott hatte einmal Erbarmen mit einem Menschen, der sich über sein zu schweres Kreuz beklagte. Er führte ihn einen Raum, wo alle Kreuze der Menschen aufgestellt waren und sagte zu ihm: „Wähle.“ Der Mensch machte sich auf die Suche. Da sah er ein ganz dünnes Kreuz, aber dafür war es sehr lang und größer als sein eigenes. Er sah ein ganz kleines, aber als er es aufheben wollte, war es schwer wie Blei. Dann sah er eins, das gefiel ihm, und er legte es auf seine Schultern. Doch gerade an der Stelle, wo es auf der Schulter lag, hatte es eine scharfe Spitze, die ihm wie ein Dorn ins Fleisch drang. So hatte jedes Kreuz etwas Unangenehmes, und als er alle Kreuze angesehen hatte, hatte er immer noch nichts Passendes gefunden. Dann entdeckte er eins, das hatte er übersehen, weil es so versteckt stand. Es war nicht zu schwer, nicht zu groß, so richtig handlich, wie geschaffen für ihn. Dieses Kreuz wollte er in Zukunft tragen. Und als er näher hinschaute, merkte er, dass es sein Kreuz war, das er bisher getragen hatte. Adalbert von Chamisso

Wir danken für unser Leben, unser Glück und unser Kreuz. Albert Schweizter gibt uns den Rat: „Wenn du dich schwach und unglücklich fühlst, fang an zu danken, damit es besser mit dir werde“. Albert Schweitzer.

Wir bitten um Liebe und Mitgefühl:
In einer Tierhandlung war ein großes Schild zu lesen, auf dem stand: „Welpen zu verkaufen“. Ein kleiner Junge kam vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte er ihn: „Was kosten die Hundebabys?“
„Zwischen fünfzig und achtzig Franken.“ sagte der Mann. Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog einige Münzen heraus. „Ich habe 7 Euro und 65 Cents.“ rechnete er vor. „Darf ich sie mir bitte anschauen?“
Der Ladenbesitzer lächelte und pfiff nach seiner Hündin. Fünf kleine Hundebabys stolperten hinter ihr her. Eines von ihnen war deutlich langsamer als die anderen und humpelte auffällig.
„Was hat der Kleine dahinten?“ fragte der Junge.
Der Ladenbesitzer erklärte ihm, der Welpe habe einen Geburtsschaden und würde nie richtig laufen können.
„Den möchte ich kaufen.“ sagte der Junge.
„Also den würde ich nicht nehmen, der wird nie ganz gesund.“ antwortete der Mann. „Aber, wenn du ihn unbedingt willst,“ fügte er hinzu, während er in das entschlossene Gesicht des kleinen Jungen sah, „schenke ich ihn dir.“
Da wurde der kleine Junge wütend. Er blickte dem Mann direkt in die Augen und sagte: „Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Dieser kleine Hund ist jeden Franken wert, genauso wie die anderen auch! Ich gebe Ihnen meine 7,65 Franken und werde jede Woche einen Euro bringen, bis er abgezahlt ist.“
Der Mann entgegnete nur: „Ich würde ihn wirklich nicht kaufen – er wird niemals in der Lage sein, mit dir zu rennen und zu toben wie die anderen.“
Da hob der Junge sein Hosenbein und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll auf den Hund blickend sagte er: „Ach, ich renne selbst auch nicht gut – und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht…(nach der englischen Geschichte „Weathering the Storm“ von Dan Clark, in einer Bearbeitung von Jens-Robert Schulz, 2009).
Wir alle haben irgendwo eine Metallschiene – machen wir etwas daraus…

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