Die Leistungen des SAC Gotthard

Sehr geehrter Herr Präsident

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands

Liebe Gäste

Beeindruckend, was der SAC Gotthard alles leistet:

Ich bin beeindruckt – beeindruckt was der SAC Gotthard mit vielen Stunden der Freiwilligenarbeit und mit grossem Einsatz und Engagement auch letztes Jahr wiederum geleistet hat. Herzliche Gratulation zur Renovation der Kröntenhütte. Ich weiss, es war ein langer Aufstieg, umso schöner ist jetzt das Gipfelerlebnis.

Beeindruckt bin ich besonders von Ihrem Engagement für die Jugend – beeindruckend auch Ihr Tourenprogramm für Junge, für Ältere, für Frauen, für Ambitionierte verdient Anerkennung – das ist gelebtes Milizsystem. Besonders freut mich Ihre Unterstützung in Fragen des Landschaftsschutzes – Sie haben das ja in Ihren Statuten festgehalten „ Förderung des Schutzes der Gebirgswelt“. Der Kanton investiert ja erhebliche Mittel in die Wander- und Bikewege. Ich weiss, dass wir auch von Ihrer Seite auf Unterstützung zählen können. Wandern ist für den Tourismus in Uri von grosser Bedeutung. Schön, dass Sie die Wanderwege auch nutzen.

Meine Bergerfahrungen – zwischen den Kategorien T – K – L:

Vielleicht interessiert Sie auch mein persönlicher Bezug zum Bergsport. Ich wandere gerne – ich habe in der Kindheit Stunden mit meinen berg-, ski- und kristallbegeisterten Eltern in der Bergwelt verbracht – aber heute muss ich ein paar Grenzen beachten. Diese zeigen sich nur schon bei Bergfilmen. Wem es nur schon beim Zuschauen schwindlig wird, weil die Bergwände zu steil sind und der Ausblick eine Karussellfahrt im Kopf auslöst – denkt wohl kaum an Bewegung im Freien in der Kategorie K – genau so geht es mir. Beim Bergwandern gehöre ich zu jener Sorte, die schon beim Aufstieg denkt. „Hilfe, wie komme ich da bloss wieder runter“. Wenn mir jemand anbietet, auf eine Wanderung mitzukommen, lasse ich mich gerne begeistern, wäge aber sorgfältig ab. Denn wenn auf meine Frage, ob es ausgesetzt sei, die Ankündigung folgt, es sei einfach, hätte einfach an ein zwei Orte Leitern und Seile drin, dann weiss ich, diese Wanderung ist weniger für mich geeignet. Obwohl ich von meinem Grossvater immer noch den Satz in den Ohren habe: „Wieso schaust du runter Du musst einfach nicht runter schauen“.  Als wir letzte Woche eine Sitzung zur Erstellung eines Bergwanderweges hatten, fielen in der Diskussion immer wieder die Bezeichnungen T4 und T5. Ich dachte zuerst an Blutgruppenwerte oder sonst einen medizinischen Wert (Schilddrüse?). Erst jetzt, wo ich das Tourenprogramm des SAC Gotthard genauer angeschaut habe, stelle ich fest: Das sind die Schwierigkeitsgrade. Ich habe mich dann danach eingeordnet: Und ich kann feststellen, ich bin eindeutig T1 bis T2! Wenden wir uns dem Winter zu: Ich habe auch einmal in meinem Leben eine L – absolviert – eine Skitour also. Da wo die Tour durchführte – von Nätschen Gütsch zur Fellilücke – wird übrigens in Zukunft die Skigebietsverbindung zu stehen kommen. Es war schön und vor allem schön kalt. Ich bin nicht unglücklich oder genauer gesagt, ich ganz froh, dass dann dort sehr Skilifte stehen werden. Eine weitere Skitour steht vorderhand nicht zuoberst auf meiner Wunschliste.

Die Berge und wir Urnerinnen und Urner:

Die Berge sind für uns ja tagtäglich gegenwärtig. Was wären unsere Tage ohne den Blick am Morgen auf die von der Sonne bestrahlten Berggipfel – wie oft heben wir am Morgen den Blick und halten dann inne, weil es einfach zu schön ist –und wir wissen, es wird heute ein guter Tag werden. Was wären unsere Abende ohne das Abendrot auf den Bergen, am grossen Windgällen zum Beispiel, von wo ich wohne in Erstfeld, habe ich dorthin einen wunderbaren Blick. Es ist Freude, es ist Dankbarkeit für das Leben, das uns dann erfüllt – wir wissen dann das Leben ist ein Geschenk. Natürlich haben wir auch das Wissen um die Kraft und die Bedrohlichkeit, die von den Bergen ausgehen können – beide, das Wissen um die Schönheit und das Wissen um das Zerstörerische prägen uns seit Generationen – sind eingeschnitten in unsere spezifische Urnerart – offen und verschlossen zu gleichen Teilen.

Ein anderer unten sein:

Noch viel mehr erleben Sie als Berggängerinnen und Berggänger diese Faszination und von oben wird sich wohl der Blick auch weiten hin in die Ferne, hin zur Offenheit oder vielleicht verändert das „z Berg gha“ uns auch ganz so, wie es Reinhard Karl erlebt hat: „Bergsteigen war mein Leben. Der Berg war für mich Beweis, dass ich die düsteren Niederungen verlassen konnte. Nach jedem Oben wurde ich ein anderer unten.“ Ich freue mich Ihnen die besten Wünsche des Regierungsrates überbringen zu können und wünsche Ihnen viele glückliche Bergerlebnisse und auch das Erlebnis des Anderssein unten. Ich danke Ihnen, wenn Sie dieses auch in die Zukunft des Kantons einbringen. Herzliche Gratulation an die Jubilarinnen und Jubilare des heutigen Tages. Sie sind das beste Beispiel für das, was Thomas Kastura meinte: „Abenteuer macht jung und sexy“. Ich hoffe daher, dass wir mit dem Regierungsrat im nächsten Jahr wieder eine schöne Bergtour im Kanton Uri unternehmen.

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