Landratspräsidentenfeier in Seedorf vom 26. Juni 2015

Sehr geehrter Herr Landratspräsident, lieber Christian

Liebe Frau Arnold, liebe Familie Arnold

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident

Damen und Herren Regierungsräte

Damen und Herren Landrätinnen und Landräte

Liebe Damen und Herren

 

Mit grosser Freude sind wir heute nach Seedorf gekommen. Wir gratulieren dem mit hervorragenden Resultat neugewählten Landratspräsidenten Christian Arnold als drittem Seedorfer in der Geschichte zur ehrenvollen Wahl ins hohe Amt. Letztmals stellte die Gemeinde Seedorf mit Max Gisler im Jahr 1988 den Landratspräsidenten. Davor war Otto Wipfli im Jahr 1966 diese Ehre zuteil geworden.

Wenn wir gerade bei der Statistik sind: Christian Arnold ist mit 38.3 Altersjahren ein junger Landratspräsident – was man ihm auch ansieht – vielleicht hat dieses Aussehen aber auch mit den hervorragenden Produkten seiner Frau zu tun – sicher hat das junge Aussehen mit ihrem ihm zur Seite stehen zu tun. Zurück zur Statistik: Christian ist der fünftjüngste Präsident des Landrates seit die Kantonsverfassung 1888 in Kraft getreten ist. Der jüngste Landratspräsident aller Zeiten war Josef Muheim aus Flüelen, der dieses Amt im Jahr 1910 mit 31.9 Jahren angetreten hat.

Dank seiner Jugend sinkt das Durchschnittsalter der langen Reihe von Landratspräsidien von 50.7 auf 50.6 Jahre. Also nur eine kleine Veränderung. Vielleicht ein kleiner Hinweis darauf, dass dem Einfluss des Einzelnen auch Grenzen gesetzt sind.

Wichtig ist immer die Gemeinschaft, in unserem Fall der Rat, den eine Person präsidiert. Und da haben Sie, verehrte Mitglieder des Landrats, mit Christian Arnold den richtigen Mann gewählt. Christian Arnold verkörpert für mich den Inbegriff eines Milizparlamentariers, der viele Ansprüche und Funktionen unter einen Hut bringen kann und  muss.

Als Ehemann, Familienvater von vier wunderschönen Kindern, landwirtschaftlicher Unternehmer, Verbandsfunktionär und ehemaliger Gemeinderat und Parteipolitiker hat auch für ihn der Tag nur 24 Stunden. Und jetzt noch Landratspräsident!

Ich bin überzeugt, Christian Arnold, wird auch diese Herausforderung meistern, weil ich Christian Arnold in seinen verschiedenen Tätigkeiten aus äusserst besonnenen und versierten, dossierfesten Politiker und Unternehmer kennengelernt habe.

Mein Rat wäre – so weit wage ich mich heute in der Gewaltenteilung vor – um bei landwirtschaftlichen Begriffen zu bleiben: Herr Landratspräsident, führen Sie den Rat nach dem „Pflug-Prinzip“. Lassen Sie mich ausführen, was ich damit meine:

Arbeiten sie im Landrat, wie es der Bauer beim Bestellten seiner Felder macht. Sie wissen: Auch da hat ein Wandel stattgefunden: So ging es früher im traditionellen Landbau darum, das Feld möglichst tief umzupflügen und möglichst alles von unten nach oben zu kehren.

Heute haben Integrierte oder Biologische Produktionsmethoden Einzug gehalten und da geht man subtiler vor: Der Boden soll möglichst schonend bearbeitet werden, aber auch nicht zu wenig. Stets mit dem Ziel, dass die Saat aufgehen (die gute Zukunft unseres Kantons) kann. Denn der Boden hat eine organisch gewachsene Struktur (unsere gemeinsame Vergangenheit), die man nutzen will und nicht zerstören soll. Jedes Lebewesen, jede Pflanze (oder eben jeder Entscheid) und seien sie noch so klein sind wichtig und haben ihre Aufgabe.

Genau wie beim Arbeiten auf dem Feld ist es auch beim Landrat. Es braucht die Führung des Präsidenten und trotzdem müssen die einzelnen Mitglieder des Rats ihre individuellen Qualitäten einbringen können – sei es als wunderschöner Wiesensalbei (der die Regierung lobt), als Zittergras (der die Regierung ermahnt), als Gänseblümchen (das die Regierung mit Vorstössen verschont) , als Margerite (die der Regierung mit Vorstössen die gute Zukunft zeigt), als Schmetterling (der parteiübergreifend für gute Lösungen besorgt ist), als Biene (die fleissig alle Anträge des Regierungsrates durcharbeitet) oder als Tausendfüssler (der in allen Belangen auf dem neuesten Wissenstand ist).

Dazu wünschen wir Ihnen, Herr Landratspräsident, eine gute und glückliche Hand.

Seitens der Regierung kann ich Ihnen versichern: wir helfen gern beim Bestellen des landrätlichen Ackers – um bei diesem Bild zu bleiben.

  • Sei das mit ausgewähltem Saatgut der besten Sorte in Form von Berichten und Anträgen, die der Landrat dann behandeln kann.
  • Oder sei das mit Dünger in Form von Beiträgen und Geldern, die im Rahmen des Budgets gesprochen werden – Sie wie wir wissen, dass man auch mit dem Dünger sparsam umgehen sollte um die Wiesen nicht zu überdüngen.
  • Oder allenfalls müssen wir zwischendurch auch jäten oder den Boden ruhen lassen wenn wir die Pendenzenliste wieder einmal abarbeiten und Platz schaffen fürs Wesentliche.

In diesem Sinn freue ich mich auf die gemeinsame Arbeit. Denn unsere Arbeit muss ein gemeinsames Ziel haben: Dass die Saat im Interesse unseres schönen Kantons aufgeht und dass sie reiche Frucht bringt.

Freuen wir uns am heutigen Wahltag und an der Wahlfeier hier in Seedorf. Ich wünsche Ihnen eine gelungene Feier und viele gute Gespräche, die uns und unseren Kanton vorwärts bringen.

 

Frau Landammann Dr. Heidi Z‘graggen

 

 

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