Obrigkeitliche Rede am Amtsleutetag vom 22. Oktober 2015

Sehr geehrte Frau Vogt

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands

Sehr geehrter Herr Landratspräsident

Sehr geehrte Dame und Herren Regierungsräte

Sehr geehrte Frau Landgerichtspräsidentin

Sehr geehrter Herr Pfarrer

Sehr geehrte Damen und Herren

Liebe Amtsleute

 

Sie suchten dazumals nach der Besten, nach der Einmaligen, nach der Schönsten. Und Sie fanden mich! Natürlich war der Prozess, wie ich zu meinen Leuten fand, ein langwieriger – ein schwieriger.

Meine Leute, ja meine Leute, die waren von Anfang an begeistert von mir, wussten ich bin es, ich bin die eine! Ewig sollte sie dauern die grosse Liebe.

Aber schon im Regierungsrat mäkelten sie an mir herum – hätten lieber eine andere und stärke Figur gehabt – zweifelten an meiner Langlebigkeit, zweifelten an meinem Durchhaltevermögen.

Es kam aber wie es immer kam und heute noch kommt, mein Chef und meine Leute setzten sich natürlich durch.

Daran vermochte weder die Intervention des Finanzdirektion- immer die Frage nach den Kosten und ob ich in den Finanzplan passe – nichts zu ändern. Auch diejenige der Gesundheitsdirektion nach dem Schadstoffausstoss liess mich dazumals noch kalt – ich durfte voller Lust und Freude meiner Trunksucht frönen.

Schliesslich war ich im Regierungsrat beschlossene Sache – mein Chef kam heim zu meinen Leuten und jubelte: Wir haben sie! Die Freude war unbeschreiblich, das Schwärmen auch. Ja, als ich noch jung war, pfiffen Sie mir hinterher, schwenkten die Hüte, johlten sie und kreischten als ich auftrat.

Mein Chef aber machte dem Freudentaumel schnell und abrupt ein Ende und bleierne Stille legte sich in den Raum – auch ich konnte nicht an mich halten und begann zu zittern, ja zu schlottern gar, obwohl, das halte ich ausdrücklich fest – Kälte war für mich dann nie ein Problem.

Mein Chef sprach es also aus das eine grosse Wort. Er räusperte sich zuerst, bevor er bedeutungsschwanger nur flüsterte: Landrat – die Finanzkommission. Wir erbleichten, wir erstarrten gar wie Lots ungehorsame Frau zur Salzsäule.

Im Landrat stellten sie dann wiederum Fragen über Fragen. Selbstverständlich hatte die Regierung –ganz anders als heute – nicht alles im Detail abgeklärt. Es ging dann im Landrat aber auch um das wirklich Essentielle. War mein Outfit angepasst – war meine Farbe den Farben Uris würdig? Warum nicht Handarbeit, nicht die alten Methoden weiterhin anwenden? Eine Besichtigung wurde angeordnet. Schwierig war das damals – ganz anders als heute – wo Wohlwollen, Vertrauen, Ausgabenfreudigkeit der Regierung entgegenschlägt. Heute, ja heute rollen sie ihnen den roten Teppich aus – aber damals, ich kann Ihnen sagen, da wurde noch untersucht und hinterfragt.

Das war dann schliesslich eine grosse Sache als sie kamen die Landräte – ich habe mich herausgeputzt, mit meinen Äuglein habe ich gezwinkert, tja man setzt halt alles ein, was man hat, nein – kein Röhren kam aus meinem Mund, lediglich ein sanftes leichtes Brummen. Man sagte schliesslich ganz klar ja zu mir. Einhellig – überzeugt – wie heute für die Zukunft des Kantons nur das Beste.

Es war also nicht ein „coup de foudre“ – aber wir haben es allen gezeigt.

Unsere Verbindung dauerte über 50 Jahre. Wie haben wir uns jedes Jahr gemeinsam gefreut, wenn es so richtig geschneit hat. Meterhohe Wände von wunderbarem Weiss haben wir nicht gescheut – wir haben für den Kanton Jahr für Jahr – immer wieder gearbeitet – Hunderte von Kilometern sind es schliesslich gewesen.

Vieles hat sich gewandelt – vieles verändert – aber beständig geblieben ist der Einsatz von uns Amtsleuten für die Zukunft des Kantons. Natürlich arbeiten nicht alle so streng wie ich, aber es haben auch nicht alle haben dieses flexible Arbeitszeitmodell: Volle Power im Frühjahr und dann eher die lange Zurückgezogenheit, die man dann auch noch aushalten muss.

Ich wurde nun ausgemustert – mit 52 Jahren – ein bisschen traurig bin ich schon – weil ich noch voll funktionsfähig und attraktiv bin! Aber sie halten mich in Ehren meine Kollegen, sie fanden für mich eine tolle Bleibe.

Ich erwache da zu neuer Blüte und zeige auf und erzähle, wie es so ist im Kanton Uri, wieviel Anstrengung und Zukunftsglauben der Amtsleute immer wieder nötig sind, um ständigen und rasanten Wechsel der Zeit mithalten zu können.

Ich zeige auf,  wie Uri ist als Gründerkanton der Eidgenossenschaft in die Zukunft schreitet. Ich erzähle von unser Bergkanton, d er so reich ist an Naturschönheiten. Wenn die Sonne am Morgen über diesen Tälern und Berggipfeln von Uri golden leuchtet, dann sind das meine schönsten Erinnerungen an unseren Kanton. Hier leben und arbeiten sie die Urnerinnen und Urner. Sie wissen und wir Amtsleute wissen, das Neue hat noch immer zum Guten gereicht. So ist der Kanton mit Zukunftsprojekten wie in Andermatt, der Entwicklung im Talboden, der NEAT Halte, dem Neubau des Kantonsspital, dem Neu- und Erweiterungsbau des BWZ, mit bilingualer Maturität, mit Seilbahnstrategie und und und  in eine neue Zukunft aufgebrochen und: meine Leute haben die WOV auf die Reihe gebracht.

Wir Amtsleute in allen Bereichen der Verwaltung zeigen tagtäglich die Möglichkeiten und Stärken eines kleinen Kantons, nämlich Sicherheit, Flexibilität und der Wille sich gemeinsam dem Neuen zu stellen. Uri packt auch heute seine Chancen. Indem wir beste Rahmenbedingungen für unsere ausserordentlich innovativen Unternehmen setzen, wunderbare Wohnstandorte, attraktivste Gewerbestandorte und erneuerbare Energien bereitstellen. Ich freue mich über das gute Gedeihen unserer Bank der UKB und freue mich – Sie ist ja noch 50 Jahre älter als ich und bestens im Schuss.

Ich erzähle davon, dass die geschichtlich wichtigsten Stätten der Schweiz und die menschliche Nähe durch die Kleinheit für die Schweiz, das Wohnen auf dem Land in schönster und sicherer Umgebung noch viel mehr Bedeutung und Wert bekommen werden.

Ich rufe den Besuchern, die mich bewundern zu: Uri ist ein Standortjuwel im Herzen der Schweiz mit besten Verkehrsanbindungen nach überall hin. Uri schöpft seine Kraft aus der Geschichte und seiner mutigen Vorfahren, stellt sich den gegenwärtigen Herausforderungen und gestaltet seine Zukunft.

Liebe Amtsleute: Ich danke allen, die mit mir und meinen Leuten jedes Jahr die Pässe und damit den Kanton geöffnet haben, die mit uns schwierigste Probleme gelöst haben, die mit uns zuschauen, wie sich jedes Jahr Haufen von Schnee immer wieder auftürmen, und den wir dann immer wieder mit mir freifräsen, um den Blick frei zu haben für eine gute Zukunft.

Herzliche Grüsse aus dem Verkehrshaus Luzern, Ihre Schneefräse Peter, Jahrgang 1963.

Liebe Amtsleute, gerne schliesse ich mich den Worten von Schneefräse Peter an und danke Ihnen im Namen des Regierungsrates herzlich für Ihren Einsatz, ihre grosse Arbeit, ihre Weitsicht und ihren Einsatz für unseren Kanton.

 

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