Festansprache Eröffnung Skianlagen

Festansprache

zur Einweihung der Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun

Oberalppass, 14. Dezember 2018

Sehr geehrter Herr Sawiris
Sehr geehrter Herr Regierungsrat Parolini
Sehr geehrter Regierungskollege Urban Camenzind
Sehr geehrter Herr Talammann
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden aus Ursern und der Surselva
Sehr geehrte Damen und Herren

In diesen Tagen gilt: Ein Höhepunkt jagt den nächsten! Zuerst am vergangenen Dienstag die glänzende Eröffnung des neuen Andermatter 4-Sterne-Hotels Radisson Blu und jetzt hier auf dem Oberalppass die feierliche Einweihung der neuen Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun!

Eine Vision wird zur Realität! Hand aufs Herz! Wer von uns hätte das vor zehn Jahren gedacht, was heute Wirklichkeit ist? Es war der Chairman von Orascom Development Samih Sawiris, der in Andermatt ein Ferienresort der Superlative baut, der vor sieben Jahren mit der Fusion der beiden bestehenden Seilbahngesellschaften unter dem Dach der Andermatt-Sedrun Sport AG ASS auch den Anstoss zur neuen Skigebietsverbindung gab.

Dank dem Pioniergeist, Mut und enormen finanziellen Engagement von Samih Sawiris sind wir heute in der glücklichen Lage, mit der Einweihung des «Schneehüenerstock-Express» in der Tourismusgeschichte der Gotthardregion ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Die neue SkiArena erstreckt sich vom 3’000 Meter hohen Gemsstock über den Gütsch, Schneehüenerstock und Oberalppass in die Surselva, ins bündnerische Sedrun. Sie ist mit 120 km Pistenlänge und 24 Anlagen damit das grösste Skigebiet der Zentralschweiz.

Mit der Skigebietsverbindung steigt die SkiArena heute definitiv in die Liga der grossen Skigebiete der Schweizer Alpen auf! Unsere SkiArena ist einzigartig! Denn sie verbindet nicht bloss zwei Skigebiete miteinander, sondern zwei Kantone, zwei Sprachen und zwei Kulturen!

Damit ist die Erfolgsgeschichte nicht zu Ende! Bereits im kommenden Jahr kommt die neue Anbindung des Skigebiets Disentis, das durch eine zusätzliche Pendelnbahn von Sedrun aus erschlossen wird. Damit werden den Skifahrern und Snowboardern künftig sogar 180 km Pisten und 33 Anlagen zur Verfügung stehen.

Im Namen des Regierungsrats möchte ich dir, Samih, für deine grossartige unternehmerische Leistung und dein enormes finanzielles Engagement im Interesse der gesamten Gotthardregion unseren Dank und unsere Wertschätzung aussprechen!

Ich bin sehr froh, dass es dank enger Zusammenarbeit zwischen allen drei staatlichen Ebenen, d.h. Bund, Kantone Graubünden und Uri sowie der beiden Talschaften Ursern und Surselva gelungen ist, die staatlichen Rahmenbedingungen und das Bewilligungsverfahren so zu gestalten, dass diese private Grossinvestition realisiert werden konnte.

Es freut mich, dass im Rahmen der neuen Regionalpolitik «NRP San Gottardo» die Regierungen von Uri und Graubünden beim Bund mit à fonds perdu-Beiträgen zu Gunsten des Investors ein Bundesdarlehen auslösen konnten.

Ein besonderer Dank gebührt der Korporation Ursern, welche für die neuen Skiinfrastrukturanlagen ihr Allmendgebiet zur Verfügung stellt und für vom Oberalpsee die Herstellung des Kunstschnees das Wasser liefert.

Ein Dankeschön gehört auch der Gemeinde Tujetsch, welche es ermöglicht hat, der Forderung der Umweltorganisationen nach einem dreifachen ökologischen Ausgleich zu entsprechen. Als die Verhandlungen mit den Umweltorganisationen im Jahr 2013 zu scheitern drohten, erklärte sie sich bereit, zusätzlich das Gebiet Tgombras als Naturschutzgebiet auszuscheiden und so zum Gelingen der Vereinbarung mit den Umweltorganisationen entscheidend beizutragen.

Schliesslich danke ich auch der Gemeinde Andermatt, welche für den Bau der neuen Bahnen, Lifte und Skipisten ihre Nutzungsplanung angepasst hat.

Weiter danke ich der Schweizer Armee und allen privaten Grundeigentümern, welche für die Pisten und Beschneiungsanlagen die erforderlichen Bau- und Durchleitungsrechte eingeräumt haben.

Meines Erachtens waren für den Erfolg dieses Megaprojekts drei Faktoren massgebend; nämlich:

1. Ein glaubwürdiger, flexibler Investor, der seine Vision mit grosser Ausdauer über Jahre verfolgt und allen Widrigkeiten zum Trotz auch durch- und umgesetzt hat.
2. Der frühzeitige Einbezug der Bevölkerung, der Umweltorganisationen und aller relevanter Akteure im Rahmen der Richtplanung.
3. Eine professionelle Projektorganisation, sowohl auf Seiten der Bauherrschaft als auch der öffentlichen Hand.

Ihnen allen, die heute hier versammelt sind und in irgendeiner Form einen Beitrag zu diesem grossartigen Werk geleistet haben, danke ich im Namen des Urner Regierungsrats herzlich.

Dabei verneige ich mich mit grossem Respekt vor den bewundernswerten Höchstleistungen, welche Bauarbeiter, Handwerker und Techniker – im Hochgebirge Wind und Wetter ausgesetzt – unter schwierigsten Arbeitsbedingungen erbracht haben.

Der Versuch, einzelne Namen besonders hervorzuheben, müsste notgedrungen Stückwerk bleiben! Ich möchte es jedoch nicht unterlassen, auf Seiten der Bauherrschaft dem Gesamtprojektleiter Dr. Peter Furger meinen speziellen Dank und meine Anerkennung auszusprechen. Nur dank seiner wohl schweizweit einmaligen Erfahrung bei der Realisierung von Seilbahn-Grossprojekten gelang es ihm mit seinem Projektteam, die gewaltigen Planungs- und Bauleitungsarbeiten zu meistern.

Auch verstand er es, im Plangenehmigungsverfahren den enormen administrativen Aufwand souverän zu bewältigen. Das zeigt sich eindrücklich darin, dass er über 600 Bundesordner, gefüllt mit Plänen und Berichten, zur Bewilligungsbehörde nach Bern transportieren liess. Nachdem ihm das Bundesamt für Verkehr BAV für die rund 50 Detailprojekte die Genehmigung erteilt hatte, musste er schliesslich beim Bau über 1’000 von der Verwaltung verfügte Auflagen umsetzen. Das ist wirklich eine wahre Herkulesaufgabe, welche heute einen besonderen Applaus verdient!

Für das Skiverbindungsprojekt ist aufgrund der besonderen Herausforderungen und Abhängigkeiten erstmals in der Schweiz eine zweistufige integrale Plangenehmigung zur Anwendung gekommen. Das BAV bewilligte nicht nur die eigentlichen seilbahntechnischen Anlagen, sondern auch sämtliche Nebenanlagen wie Pisten, Beschneiungs- und Fernsprenganlagen sowie zwei Bergrestaurants.

Beim Bundesamt für Verkehr BAV war Rechtsanwalt Peter Mayer für die Koordination und Abwicklung des Plangenehmigungsverfahrens verantwortlich. Ihm oblag es, die von der Bauherrschaft eingereichten Aktenberge juristisch und administrativ zu bewältigen! Auch er leistete im wahrsten Sinne juristische Knochenarbeit, wenn man sich vor Augen hält, dass die von ihm redigierten Plangenehmigungsverfügungen PGV einen Textumfang von total 1’300 Seiten aufweisen!

Last but not least möchte ich den verschiedenen Fachstellen der kantonalen Verwaltung danken. Auch sie haben bei der Anwendung des komplexen, über viele Gesetze und Verordnungen verteilten Umwelt-, Planungs- und Baurechts ausgezeichnete Arbeit geleistet.

Dank Investor Samih Sawiris herrscht heute in der Gotthardregion Aufbruchsstimmung! In Zukunft setzen wir hier voll auf die Karte Tourismus! Mit ihrer zentralen Verkehrslage und ihrer grossen Schneesicherheit verfügt die SkiArena Andermatt-Sedrun im hart geführten Wettbewerb der alpinen Wintersportdestinationen über gute Karten.

Wenn wir weiterhin alle am gleichen Strick ziehen und die zwischen den beiden Talschaften Ursern und Surselva erfolgreich gepflegte Kooperation weiter fortsetzen und vertiefen, werden sich die enormen finanziellen Aufwendungen von Investor Samih Sawiris in die touristische Infrastruktur für die gesamte Gotthardregion lohnen!

Der «Schneehüenerstock-Express» steht zur Abfahrt bereit! Mit seinem elegant gestylten Design präsentiert er sich uns heute als ein Meisterwerk der Seilbahntechnik!

Wir freuen uns zusammen mit Investor Samih Sawiris und Olympiasieger Bernhard Russi auf die Jungfernfahrt, hoch hinauf auf den Schneehüenerstock, 2’600 m über Meer! Dort oben erwartet uns heute bei strahlendem Wetter eine atemberaubende Aussicht auf die verschneite Bergwelt und herausfordernde neue Skiabfahrten!

Dr. Heidi Z’graggen, Regierungsrätin

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