Pilzschutzreglement – Rostiger Paragraf der IG Freiheit

Zum Pilzschutzreglement

Pilze sind unentbehrlich für den Wald, denn viele Pflanzenarten leben in Symbiose mit Pilzen. Der Rückgang der Arten beeinträchtigt die Kreisläufe in verschiedenen Ökosystemen. Beim Schutz der Pilze stehen der Schutz und die Förderung der entsprechenden Lebensräume im Vordergrund. Es geht auch um die Ruhe im Wald, es geht auch um Respekt gegenüber der Natur.

Das Reglement über den Schutz wildwachsender Pilze wurde 1993 erlassen. Es wurde insbesondere auch deshalb geschaffen, da zur damaligen Zeit sehr viele auswärtige Pilzsammler, vor allem aus dem norditalienischen Raum, im Kanton Uri organisiert auf Pilzsuche gingen. Viele andere Kantone in der Schweiz kannten bereits Pilzschutzbestimmungen, weshalb der Druck auf Uri relativ gross war.

Die organisierten Pilzsucher informierten sich bei ihrer Tätigkeit mittels Funkgeräten über besonders ertragreiche Gebiete. Der Gebrauch von Funkgeräten erlaubte es, dass zu Beginn der Sammelaktivität am frühen Morgen die Gruppen sich aufteilten, um ein möglichst grosses Gebiet auf vorhandene Pilze absuchen zu können. Fand man ein ertragreiches Gebiet, wurden die Kollegen per Funk informiert, damit sie mit den PWs möglichst rasch zu den ertragreichen Flächen gelangen konnten. Diese Methode erlaubte es, innert kurzer Zeit ganze Flächen regelrecht «abzugrasen», Pilze mutwillig zerstört und eine grosse Menge an Pilzen zu sammeln für eine gewerbsmässige Verwendung.

Zu der damaligen Zeit war erst der Start des Handyzeitalters (1994 wurde die SMS eingeführt, die Handys wurden kleiner und auch kostengünstiger). Die Geräte, falls überhaupt vorhanden («Funkgeräte bzw. Handys stellten noch keinen Allgemeingebrauch dar»), waren noch sehr gross und mit Antennen ausgestattet. Zudem ist auch darauf hinzuweisen, dass es in vielen Gegenden des Urner Berggebietes auch heute noch keinen keinen Handy-Empfang gibt, einen Empfang für Funkgeräte aber schon. Den Pilztourismus in Uri kennen wir nicht mehr. Der Regierungsrat ist aber bereit, auf Grund des Vorstosses der IG Freiheit das Reglement auf seine Wirksamkeit in der heutigen Zeit zu überprüfen.

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