Festrede am 1. August auf dem Rütli

Der Bundesrat beschloss das 600 Jahr Jubiläum des Bundes von Uri, Schwyz und Unterwalden am 1. August 1891 pompös zu feiern. Aber nicht in Uri, sondern in Schwyz. Ein skandalöser Entscheid für die Urner Regierung.

Hatte doch Aegidius Tschudi in seiner Schweizer Chronik um 1534 nachgewiesen, dass der Rütlischwur am Mittwoch vor Martini 1307 stattgefunden hatte. Erst 1758 wurde in Schwyz der Bundesbrief von 1291 gefunden und zum Gründungsdokument der Schweiz erhoben. Das sollte also 1891 gefeiert werden. Der eigentliche Skandal aus Urner Sicht war, dass nicht mehr Uri mit seinem Wilhelm Tell die Ehre zukam, die Eidgenossenschaft gegründet zu haben, sondern Schwyz.

Die empörten Urner legten Protest beim Bundesrat ein – vergeblich. Um klar zu machen, wer die führende Rolle bei der Gründung der Eidgenossenschaft gespielt hatte, gossen sie ihren Wilhelm Tell in Erz. Sie liessen selbstbewusst die Jahreszahl 1307 in den Sockel des Telldenkmals einmeisseln. Diese Jahreszahl steht da noch heute in Altdorf.

1291 blieb das Gründungsdatum. Der 1. August blieb Bundesfeiertag. Auch wir in Uri finden das heute gut. Dafür zahlt Schwyz noch heute in den NFA ein. Und auch das ist gut. So viel Gerechtigkeit muss sein!

Sehr geehrte Damen und Herren

Von Herzen willkommen auf dem Rütli im Kanton Uri und das am 1. August und nicht in der Kälte im November am Mittwoch vor Martini!

Der Rütlischwur und Wilhelm Tell sind seit dem 19. Jahrhundert besonders mit dem Drama Willhelm Tell von Friedrich Schiller als Nationalmythos der modernen Schweiz ausgebaut worden.

Schiller sagte damals: „Die Urner sind es, die am längsten säumen“, weil sie als letzte der drei Waldstätten auf dem Rütli eintrafen. Moderner fasst diese Verspätung von uns Urnerinnen und Urner ein amerikanischer Historiker: „Wenn die Welt untergehe, möchte er in Uri leben, dort würde es drei Tage später geschehen“.

Auch wir in Uri wissen, dass die moderne Schweiz 1848 als Bundesstaat gegründet wurde. Schiller besingt den Rütlischwur aber so einmalig schön, dass ich ihn hier mit dieser uns in Uri eigenen Verspätung wiederhole:

„Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern,
In keiner Not uns trennen und Gefahr.
Wir wollen frei sein wie die Väter waren,
Eher den Tod, als in der Knechtschaft leben.
Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen“.

Bei diesen Worten klingt in uns etwas an. Sie berühren das Herz! Geschichte oder Mythos hin oder her!
Volk und Stände, haben 1999 in einer Volksabstimmung die revidierte Bundesverfassung beschlossen. In den Auftaktworten zur Verfassung schwingen noch immer die Worte des Schillerschen Rütlischwurs nach:

Im Namen Gottes des Allmächtigen!
Das Schweizervolk und die Kantone,
in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,
im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen, geben wir uns die Verfassung“.

Die Heldengeschichte von Tell ist heute in das Land der Mythen verwiesen, der Rütlischwur und der Bundesbrief in Frage gestellt. Er sei ein Bündnis unter vielen anderen gewesen – doch der Bundesbrief liegt in Schwyz im Bundesbriefarchiv. Nicht ein Mythos übrigens sind die wichtigen Rollen der Frauen in der Schillerschen Tellsgeschichte. Sie waren Vorantreiberinnen des Aufstands. Schiller war da seiner Zeit weit voraus!

Wir seien – so Peter von Matt – eine postheroische Gesellschaft. Wir würden unsere Identität vorwiegend aus der Ablehnung von Heldentum oder gar nationalem Opfermut beziehen. Doch auch die Gesellschaft, die keine Helden mehr verehre, bedürfe der kollektiven Erinnerung und der gemeinsamen Geschichte.

Warum bleiben sie uns aber so im Herzen diese gemeinsamen Erzählungen? Weil sie sind Teil von etwas sind, das mehr ist, als wir selber. Etwas, das über uns herausragt. Sie sind Teil der Seele der Schweiz. Schlägt in Zürich, in Genf oder in Zug das wirtschaftliche Herz der Schweiz, so liegt auf dem Rütli gleichsam die Seele der Schweiz. In der Präambel der Bundesverfassung nennen wir es: „Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften“.

Ausser Zweifel steht, dass General Henri Guisan am 25. Juli 1940 mit einer Rede hier auf dem Rütli Geschichte geschrieben hat. Im Moment höchster Anspannung und grösster Gefahr versammelte er die Offiziere wie an einer Landsgemeinde um sich. Nicht auf irgendeinem Kasernenplatz, sondern hier an diesem einmaligen Ort, auf dem Rütli. Auf der Wiese also, auf der 1291 die Eidgenossen ihren ersten Bund beschworen hatten.

Wir wissen nicht, was der General an diesem wolkenbehangenen Donnerstag genau gesagt hat. Dennoch hat diese Rede Schweizer Geschichte geschrieben. General Guisan machte den Offizieren Mut, gab ihnen Vertrauen und schwor sie zum Widerstand gegen Nazideutschland ein. Die Rede entfaltete dieselbe Wirkung in die ganze Schweizer Bevölkerung.

Vor ein paar Wochen sassen Regierungsvertreterinnen und -vertreter aller Kantone zusammen mit dem Bund in einer Sitzung. Es ging um einen vieldiskutierten Vertrag mit Europa. Da hörten wir Kantone vom Bund. „Wissen Sie, David gegen Goliath siegt nur in der Bibel“.

Goliath der Riese, sechs Ellen und eine Spanne gross (zwei Meter 92) trug einen Helm und einen Schuppenpanzer aus Bronze Das wog 60 kg. Goliath an der Spitze der Philister rückte vor. Von der Reihe der Israeliten aus lief David schnell auf Goliath zu, griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus und traf Goliath mit der Steinschleuder an der Stirn tödlich. Goliath schwer, gefangen in der Unbeweglichkeit seiner Rüstung verlor den Kampf gegen den agilen und mutigen David, der auf seine eigenen Fähigkeiten vertraute.

Hätte General Guisan damals die Unmöglichkeit des Sieges von David vor Augen gehabt und diese Worte auf dem Rütli gesprochen, wäre seine Rede wohl kaum zu Ruhm gekommen und wer weiss, die Schweiz wäre vielleicht heute eine andere.

Auch heute ist die Kraft und der Mut der Generation Guisan in unseren Herzen angelegt. Ich habe einmal gelesen, dass wir Menschen am meisten Angst davor haben, unsere innere Stärke zu zeigen. Es ist, wie das Beispiel Davids zeigt, nicht die Grösse entscheidend, sondern das Vertrauen in die eigene Stärke.

Die kleine, innovative Schweiz geht mutig ihren Weg. Die Schweiz ist ein verlässlicher Partner in der Mitte Europas, ein neutrales Land, das seine guten Dienste auf der ganzen Welt anbietet. Europa profitiert von dieser Partnerschaft.

Wir bauen die NEAT und den 2. Gotthardstrassentunnel für viele Milliarden von Franken. Die Schweiz stellt sich für den internationalen Personen- und Gütertransit zur Verfügung. Elektrischer Strom fliesst über grosse Hochspannungsleitungen über die schönsten Landschaften der Schweiz. Die Luftstrassen über die Schweiz gehören zu den meist beflogenen der Welt, mehrheitlich von Flugzeugen, die nicht in der Schweiz landen und starten. Die Schweiz und ihre Bewohnerinnen und Bewohner tragen die Lasten eines Zentrumlandes auch im Interesse Europas.
Jeder Kanton der Schweiz trägt Lasten für die anderen Kantone und für den Bund. Schwyz – wie am Anfang gesagt – und weitere Kantone zahlen in den NFA, den interkantonalen Finanzausgleich. Wieso? Es wäre ja viel einfacher, wenn sie für sich schauen würden und sagen, ihr anderen geht uns nichts an. Aber Volk und Stände haben den NFA in einer Volksabstimmung angenommen. Auch starke Kantone sagten ja, weil wir wissen, dass sich das Wohl des Starken am Wohl des Schwachen misst. 

Föderalismus ist mehr als nur der Finanzausgleich:
Drei kleine Mädchen kommen zur Frage, wo eigentlich die kleinen Kinder herkommen? Das deutsche Mädchen weiss die Antwort sofort: «Die kleinen Kinder bringt der Storch». Das französische Mädchen ist der Meinung, dass das mit den Kindern, das habe etwas mit Liebe zu tun. Nur das Schweizer Mädchen tut sich schwer mit der Antwort. Erst als die anderen beiden es drängen, meint es: «Bei uns in der Schweiz ist das von Kanton zu Kanton verschieden!».

Sie lachen? Sehen Sie, Föderalismus macht glücklich und der Föderalismus ist Grundlage für den Erfolg unseres Landes. Die Glücksforschung des Ökonomen Bruno S. Frey zeigt das.

Wir zählen in Umfragen regelmässig zu den glücklichsten Menschen der Welt. Es sind individuelle Faktoren wie Alter, Gesundheit, Ausbildung, Wirtschaftslage und die Arbeit. Es geht uns wirtschaftlich gut. Das ist die Basis für Glück.

Es ist Aufgabe des Staates, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass jeder und jede in Freiheit das eigene Glück finden kann. Und wenn die Stricke reissen, was in jedem Leben passieren kann, können wir uns auf den gemeinsam gebauten Sozialstaat verlassen.

Der Glücksforscher kommt aber zu einem weiteren Grund, warum das Schweizervolk so glücklich ist. Es ist das politische System! Je mehr Mitbestimmung und Mitsprache Menschen haben, desto glücklicher sind sie. Eine Studie sagt, dass 10% einer Gesellschaft, wenn sie genügend gut argumentiere, die Mehrheit von neuen Lösungen überzeugen kann.

Bei uns reichen auf Bundesebene 100’000 Unterschriften, auf Kantonsebene noch weniger, um eine Volksabstimmung herbeizuführen. Wenn drängende Probleme auftreten, können wir – und das ist in keinem anderen Land möglich – mit einer Initiative die Veränderung anstossen. Wir müssen aber das Volk und die Kantone von der Notwendigkeit überzeugen. Dazu braucht es die demokratische Debatte.

Fast zur gleichen Zeit als Schiller den Tell verfasste, stand Magdalena Mooser am Pranger auf dem Hauptplatz in Schwyz, um den Hals ein Plakat mit ihrem Vergehen: Obstdiebin. Alle konnten sie verhöhnen. Immerhin mussten sie aber Magdalena direkt gegenübertreten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde endlich der Pranger abgeschafft. Interessant ist, dass zur gleichen Zeit die Zeitungen aufkamen.

Heute gibt es soziale Netzwerke sowie Kommentarspalten in den Online-Medien, die Menschen an den Pranger stellen. Die grosse Wut, die Häme – wie damals gegen Magdalena Mooser – nur im Schatten der Anonymität – sind teilweise hemmungslos. Woher kommt diese Wut und Unversöhnlichkeit? Das ist doch keine kritische, freie und demokratische Debatte mehr, wie wir sie in der direkten Demokratie brauchen.

Offenbar gibt es Dinge, die das Gerechtigkeitsempfinden so verletzten, dass diese Form der Meinungsäusserung gewählt wird. Mit Initiativen, Referenden und mit Volksabstimmungen können wir verändern. Wir müssen einfach die Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit den besseren Ideen überzeugen.

Goldstandard der Schweizerischen Beteiligungsdemokratie ist das Milizsystem. Viele von den Bundesfeiergästen sind Vertreterinnen und Vertreter dieses wichtigen Pfeilers des Erfolgs unseres Landes. Eine Umfrage bei Gemeinderätinnen und Gemeinderäten zeigt aber, das es oft an Wertschätzung für diese so wichtige, anspruchsvolle Arbeit fehlt. Müssen wir deswegen feststellen, dass sich immer weniger Menschen, in der Milizarbeit engagieren wollen oder können, obwohl gerade dieses Engagement gemäss Glücksforschung zur Zufriedenheit beitragen würde.

Was können wir tun, um die zentrale Säule des Erfolgs der Schweiz zu stärken? Schwankt nämlich der Grund auf dem wir stehen, schwankt das Gebäude. Das Jahr der Milizarbeit zeigt uns, wie wichtig diese Form der Beteiligung ist. Gut ist, dass viele Unternehmen das erkennen und Milizarbeit fördern und unterstützen wollen. Wir müssen sicher diskutieren über bessere Bedingungen für die Milizarbeit, wie die Höhe der Entschädigung, Steuerentlastungen oder Anerkennung der Milizarbeit als Weiterbildung. Vordringlich ist aber ist die Wertschätzung des Einsatzes von so vielen Menschen für die Gemeinden und Vereine. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Arbeit – ich danke Ihnen für die Aufrechterhaltung des Schweizer Goldstandards.

Ein grauenhaftes Unwetter erfasste am 31. Juli vor 42 Jahren den Kanton Uri. Ich wohnte mit meinen Eltern und meinen Geschwistern in Silenen. Von den Bergen donnerten riesige Steinlawinen ins sonst so friedliche Dorf. Das ohrenbetäubende Grollen der Steine flankiert von Donnerhall machte uns Angst. Wir waren aber mit andern Müttern und Kindern in einem Haus sicher untergebracht, das schon seit ewigen Zeiten dort stand. Mein Vater war mit den anderen Männern aus der Nachbarschaft hinaus in die schreckliche Nacht gegangen. Unverständlich für mich als Kind. Heute weiss ich, wieso sie sich so in Gefahr begaben. Da standen Hunderte von Autos mit Menschen aus allen Ländern auf der Strasse. Jemand musste diese in Sicherheit bringen.

Immer wieder bei Unwettern, bei Feuersbrünsten, bei Stürmen rücken Sie dahin aus, wo eigentlich niemand hinwill. Ich danke Ihnen. den Feuerwehrfrauen und –männern im Namen der ganzen Bevölkerung für diesen heldenhaften Einsatz und ich gratuliere dem Schweizerischen Feuerwehrverband zum 150 Jahr Jubiläum.

Sie – Vetreterinnen und Vertreter der Milizorganisationen – haben sich gelöst von den Worten „es sollte doch endlich jemand etwas tun“. Sie tun! Das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in Sie ist darum hoch. Dieses Vertrauen ist unsere aller Dankbarkeit und Wertschätzung für Ihre grosse Arbeit.

Unsere Erzählungen und unsere Geschichte brauchen wir gerade in der heute eher nüchternen Zeit. Die schönen Worte Schillers hallen bis in die Bundesverfassung nach. Das Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften ist unser Fundament.
Wir haben miteinander immer grossartige Lösungen für unser Land gefunden. Wir haben Neues zwar oft nur widerstrebend angenommen. Heute ist aber vieles, das einmal bestritten war, liebgewonnene Tradition geworden.
Nicht Grösse ist entscheidend für den Erfolg im Gegenteil, es ist das Wissen, dass aus der Kleinheit, von unten nach oben, Stärke resultiert. So sind eigenständige Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden und Kantone die Erfolgsgaranten auch in Zukunft. Unsere politischen Institutionen vor allem die direkte Mitbestimmung und Einflussnahme tragen zu unserem Glück bei.
Wir dürfen daraus ableiten, dass es uns- wenn wir uns alle immer wieder einbringen – auch in Zukunft gelingen wird, Antworten und Lösungen für unsere Schweiz zu finden. So ist unser Land bestens vorbereitet für die Zukunft, was auch immer sie uns bringen mag.

Das Rütli erinnert uns daran, dass unser Land auf einem Vertrag dreier Länder beruht, die sich freiwillig zusammentaten, um Zukunft zu gestalten. Das Rütli steht für Gemeinschaft und Solidarität gerade in schwierigen Zeiten und für gegenseitige Hilfe. Das Rütli ist mehr als eine idyllische Wiese über dem Urnersee. Es ist allein schon mit der fantastischen Aussicht auf den Urnersee und die Innerschweizer Bergwelt ein einzigartiger Ort.

Wenn ich auf dem Rütli bin, überkommt mich immer eine feierliche Stimmung. Auf dem Rütli schwingt etwas mit, das grösser ist als wir. Etwas, das über uns hinausgeht. Es ist die Erhabenheit des Rütlis, die Seele der Schweiz, die unsere Herzen berührt.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren 1. August. Nehmen Sie viel von der Ruhe, Gelassenheit und Erhabenheit des Rütli mit nach Hause.

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Rede am Nominationsparteitag der CVP Uri vom 26. Juni 2019

Parteitag der CVP Uri m 26. Juni 2019

 

Sehr geehrter Herr Parteipräsident

Sehr geehrter Herr Ständerat, Herr Landesstatthalter, Herr Regierungsrat

Sehr geehrte Frau Nationalrätin

Liebe Parteikolleginnen und Parteikollegen

Uri ist fürwahr Prunkkammer Gottes und Irrgarten des Teufels zu gleichen Teilen. Unser Urner Künstler Heinrich Danioth beschreibt damit eindrücklich die kraftvolle Spannung in der Landschaft, die uns Urnerinnen und Urner geformt hat, so auch mich.

Prunkkammer ist nicht nur die wunderbare Landschaft. Es ist auch das Zusammenstehen. Die Erfahrungen aus einer glücklichen Kindheit. Familien und Kinder sollen in der Schweiz gute Rahmenbedingungen vorfinden. Mein Vater wollte, dass wir es besser haben, dass wir nicht wie er in die Fabrik und uns in harter Arbeit heraufarbeiten mussten. Wir sollten lernen. Damit hat er uns Kinder eine wunderbare Prunkkammer geöffnet, jene der Bildung und Ausbildung. Ein exzellentes Bildungssystem, ist für die Chancengleichheit ein Muss. Wir müssen um jeden Arbeitsplatz kämpfen in Uri. Diese Erfahrung will ich mitnehmen und mich für hervorragende Rahmenbedingungen für die Wirtschaft einsetzten.

Erzählungen von bitterer Armut und Schicksalsschlägen unserer Vorfahren im Bergkanton, weisen auf die andere Seite des Danioth Zitates – den Irrgarten. Sozialstaat und das Gesundheitswesen –sind grosse Errungenschaft unserer Vorfahren, es ist eine Übereinkunft, die wir miteinander getroffen haben. Wir sind bereit Vorsorge für unser Alter zu machen oder wenn uns Krankheit, Schicksalsschläge, Arbeitslosigkeit und Armut treffen, soll niemand ins Bodenlose fallen und in Würde leben können. Dafür will ich mich einsetzten. Unsere Sozialwerke sind kostbar und weil sie so kostbar sind, haben Fehlanreize, Missbrauch gar oder Selbstbedienungsmentalität darin keinen Platz. Wir müssen verantwortungsvoll und sorgsam mit dieser grossen sozialen Errungenschaft umgehen.

Wir alle haben in Uri mehrere Unwetter, ob im Sommer oder im Winter, erleben, aus den Häuser fliehen müssen gar. Seit Generationen wissen wir, was es heisst, diesen unglaublichen Gewalten klein und machtlos gegenüber zu stehen.
Da ist er: Der Irrgarten des Teufels:

Warum haben wir so detaillierte Regelungen in den Korporationen Uri und Ursern im Umgang mit der Natur. Warum haben die Urnerinnen und Urner immer wieder in grosser Solidarität grosse Geldbeträge für die Gefahrenabwehr gesprochen – auch in kleinen Gemeinden. Sorge zur Natur leben wir hier bei uns, nicht erst seit der Klimawandel in aller Munde ist. Auch das in Eigenverantwortung, im Tun, im Handeln, gemeinsam, eben genossenschaftlich wie die Korporation. Ich bin überzeugt, diese Erfahrungen von uns im Kanton Uri in den Bergen und das seit Generationen hat eine besondere Sensibilität auch einen gesunden Pragmatismus in der Umwelt-, das Klima-, die Landschaftsfragen ausgebildet. Die Achtung vor der Schöpfung ist Auftrag des Volkes und der Kantone und schon in der Präambel der Bundesverfassung festgeschrieben. Diese Achtung vor der Schöpfung ist Teil der CVP. Es ist die CVP, die den Umweltschutzartikel 1971 in die Bundesverfassung gebracht hat, es ist die CVP, die massgeblich den Atomausstieg vorangetrieben hat. Es ist der Kanton Uri, der mit dem Schutz- und Nutzungskonzept für die Wasserkraft Wasserkräfte neu nutzen konnte, es ist im Kanton Uri, wo Tag für Tag unsere Bauern, die Landschaft pflegen. Die Schweiz ist in Bezug auf Umweltschutz, Klimaschutz, Natur- und Landschaftsschutz in einer internationalen Spitzenposition. Gehen wir den pragmatischen Weg weiter – ohne einseitige Nachteile für unsere Randregionen, die wir in anderen Bedingungen leben und nicht allein auf den ÖV zählen können.

Wir Urner sind ein zielorientiertes Volk. Wir sind so zielorientiert, dass wir sogar dem Teufel eine Brücke in zähen Verhandlungen abgerungen haben. Wir haben unser Ziel damals im Interesse der ganzen Schweiz erreicht.
Die EU – das Landverkehrsabkommen erleben wir mit Neat, Autobahn, Eisenbahn vor der Haustüre. Die Schweiz bringt grosse Leistungen im europäischen Interesse zeigt Milliarden in die Neat, in die Verkehrsachsen. Die Schweiz ist ein gleichberechtigter und starker Partner der EU. Stabile bilaterale Verhältnisse sind wichtig. Die Souveränität des Landes muss gewahrt bleibt. Die Zähigkeit der Urner muss in den Verhandlungen zum Rahmenvertrag einfliessen – so wie es der Ständerat beschlossen hat.

Der Föderalismus macht, neben der direkten Demokratie, die Schweiz so erfolgreich. Die Eigenständigkeit der Kantone, ihr möglichst grosser Handlungsspielraum ist mir wichtig. Aber es werden immer mehr Entscheide werden auf eidgenössischer Ebene gefällt, die die Kantone und auch Uri unmittelbar betreffen. Uri bringt vielfältige Leistungen im Interesse der ganzen Schweiz, denken wir an den europäischen Strom- oder Verkehrstransit oder aber auch an die Leistungen als eines der Wasserschlösser der Schweiz. Wir aus dem Kanton Uri können uns selbstbewusst, mit erhobenem Haupt in der Schweiz sehen lassen. Wir (Regierungsrat, Ständerat, Nationalrat) müssen in Bundesbern immer wieder auf diese grossen Leistungen unseres Kantons im Interesse der Schweiz hinweisen.

Mit meinen Erfahrungen als Regierungsrätin und als Mitglied verschiedener interkantonaler Gremien kenne ich die Anliegen und Bedürfnisse des Kantons Uri und der Kantone. Für den Zusammenhalt unseres Landes ist es wichtig, dass alle Kantone gute Zukunftsperspektiven haben und sich gemäss ihren Stärken entfalten können. Vor allem sind starke Kantone ein Garant für den Erfolg in der Schweiz.

Der Ständerat ist aber nicht blosse „Kantonskammer“, sondern soll die Bundespolitik im Interesse und zum Wohlergehen der ganzen Schweiz und der Bevölkerung mitgestalten. Die Schweiz ist ein hervorragendes Land mit vielen Stärken. Spitzenplätze in vielen internationalen Vergleichen zeigen den hervorragenden Zustand der Schweiz: Lebensqualität, innovativer Wirtschaftsstandort, Sicherheit, soziale Sicherheit, Bildung. Für den Erhalt dieses Spitzenplatzes will ich mich einsetzen. Es ist unsere gemeinsame Verpflichtung, dass wir – das Schweizervolk, die Kantone und die Bundesbehörden – die Schweiz in eine gute und erfolgreiche Zukunft führen.

Das auf der Basis unseres Erfolgsmodells. Der direkten Demokratie, dem Föderalismus, der Konsensbereitschaft. Wir müssen wieder Brücken bauen, zueinander zuerst und dann in die Zukunft.
Dazu würde ich gerne als Ständerätin aus der Prunkkammer Uri meinen Beitrag leisten.

Ich freue mich liebe Parteikolleginnen und -kollegen über ihre Unterstützung.

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Grusswort des Regierungsrats Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 14. Juni 2019 in Andermatt

Monsieur le président,
Mesdames les préposées aux poursuites et faillites,
Messieurs les préposés aux poursuites et faillites,
Chères invitées, chers invités,

«Hier trennt der Weg, oh Freund wo gehst du hin?
Willst du zum ewigen Rom hinunterziehn?
Hinab zum heiligen Köln, zum deutschen Rhein,
nach Westen weit ins Frankenland hinein?»

Telle est l’inscription qui figure depuis des siècles sur la chapelle Saint Charles. Ici, au croisement du Gotthard, des gens de partout se rencontrent et échangent depuis toujours. Andermatt est un lieu idéal pour réunir des personnes de toutes les régions du pays pour la 94e assemblée annuelle des préposés aux poursuites et faillites de Suisse. Au nom du gouvernement uranais, je vous souhaite une cordiale bienvenue à Andermatt.

Im letzten Jahrhundert war die Gotthardregion fest in militärischer Hand. Die Schweizer Armee errichtete hier die Alpenfestung. Aber nach dem Ende des Kalten Krieges brauchte unser Land auf einmal die Bunker und Kasernen im Hochgebirge nicht mehr. Die Soldaten zogen ab und im Bergdorf trat eine gespenstische Stille ein.

Es war deshalb fast wie ein Wunder, als im Jahr 2005 der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris nach Andermatt kam und seine Vision bekannt gab, auf dem ehemaligen Waffenplatzareal ein Ferienresort der Extraklasse zu bauen. Heute, 14 Jahre später, befindet sich Andermatt wieder im Aufschwung. Was hier inzwischen entstanden ist, lässt sich sehen! Andermatt ist heute in der glücklichen Lage, Ihnen inmitten einer imposanten Bergwelt modernste Kongressinfrastruktur anbieten zu können.

Depuis bientôt un siècle, votre association s’engage pour une application correcte du droit des faillites et de poursuites. En Suisse, le domaine des poursuites fonctionne bien et de façon fiable. Cela ne va pas de soi. C’est pour l’essentiel votre mérite et vous pouvez en être légitiment fiers. En aidant les créanciers à faire valoir efficacement leurs droits, vous, préposées et préposés aux poursuites et faillites, contribuez aux bonnes conditions-cadres étatiques de la place économique suisse.

Nutzen Sie die Tagung, um für Ihre Amtstätigkeit nützliche Beziehungen zu Berufskollegen zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tagung und hoffe, dass Sie mit guten Erinnerungen an die Gotthardregion nach Hause heimkehren werden.

Regierungsrätin Dr. Heidi Z’graggen

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Meine Ständeratskandidatur

Die Schweiz ist nicht zuletzt auf Grund des Föderalismus ein Erfolgsmodell. Immer mehr Entscheide werden auf eidgenössischer Ebene gefällt, die die Kantone und auch Uri unmittelbar betreffen. Sei es in der Verkehrspolitik, der Energiepolitik, der Klima- und Umweltpolitik oder in der Europapolitik. Mit meinen Erfahrungen als Regierungsrätin und als Mitglied verschiedener interkantonaler Gremien kenne ich die Anliegen und Bedürfnisse des Kantons Uri und der Kantone. Die Vertretung des Kantons Uri auf Bundesebene im Ständerat ist sehr wichtig. Uri bringt vielfältige Leistungen im Interesse der ganzen Schweiz, denken wir an den europäischen Strom- oder Verkehrstransit oder aber auch an die Leistungen als eines der Wasserschlösser der Schweiz. Für den Zusammenhalt unseres Landes ist es wichtig, dass alle Kantone gute Zukunftsperspektiven haben und sich gemäss ihren Stärken entfalten können.
Der Ständerat hat aber nicht nur die Aufgabe „Kantonskammer“ zu sein, sondern soll die Bundespolitik im Interesse und zum Wohlergehen der ganzen Schweiz und der Bevölkerung mitgestalten. Die Schweiz ist ein hervorragendes Land mit vielen Stärken. Sie weist immer Spitzenplätze in vielen Rankings auf. Es ist unsere gemeinsame Verpflichtung, dass wir – das Schweizervolk, die Kantone und die Bundesbehörden – die Schweiz in eine gute und erfolgreiche Zukunft führen. Dazu würde ich gerne als Ständerätin meinen Beitrag leisten.

Bei einer allfälligen Wahl als Ständerätin würde ich als Regierungsrätin auf Ende der Legislatur, die am 31. Mai 2020 endet, zurücktreten. Die Gesamterneuerungswahlen für den Regierungsrat finden am 8. März 2020 statt. Dieses ist in Uri bisher von amtierenden Regierungsräten, die in den National- oder Ständerat gewählt wurden (SR Dittli, SR Baumann, NR Beat Arnold, alt NR Gabi Huber usw.) so gehandhabt worden und üblich.

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Pilzschutzreglement – Rostiger Paragraf der IG Freiheit

Zum Pilzschutzreglement

Pilze sind unentbehrlich für den Wald, denn viele Pflanzenarten leben in Symbiose mit Pilzen. Der Rückgang der Arten beeinträchtigt die Kreisläufe in verschiedenen Ökosystemen. Beim Schutz der Pilze stehen der Schutz und die Förderung der entsprechenden Lebensräume im Vordergrund. Es geht auch um die Ruhe im Wald, es geht auch um Respekt gegenüber der Natur.

Das Reglement über den Schutz wildwachsender Pilze wurde 1993 erlassen. Es wurde insbesondere auch deshalb geschaffen, da zur damaligen Zeit sehr viele auswärtige Pilzsammler, vor allem aus dem norditalienischen Raum, im Kanton Uri organisiert auf Pilzsuche gingen. Viele andere Kantone in der Schweiz kannten bereits Pilzschutzbestimmungen, weshalb der Druck auf Uri relativ gross war.

Die organisierten Pilzsucher informierten sich bei ihrer Tätigkeit mittels Funkgeräten über besonders ertragreiche Gebiete. Der Gebrauch von Funkgeräten erlaubte es, dass zu Beginn der Sammelaktivität am frühen Morgen die Gruppen sich aufteilten, um ein möglichst grosses Gebiet auf vorhandene Pilze absuchen zu können. Fand man ein ertragreiches Gebiet, wurden die Kollegen per Funk informiert, damit sie mit den PWs möglichst rasch zu den ertragreichen Flächen gelangen konnten. Diese Methode erlaubte es, innert kurzer Zeit ganze Flächen regelrecht «abzugrasen», Pilze mutwillig zerstört und eine grosse Menge an Pilzen zu sammeln für eine gewerbsmässige Verwendung.

Zu der damaligen Zeit war erst der Start des Handyzeitalters (1994 wurde die SMS eingeführt, die Handys wurden kleiner und auch kostengünstiger). Die Geräte, falls überhaupt vorhanden («Funkgeräte bzw. Handys stellten noch keinen Allgemeingebrauch dar»), waren noch sehr gross und mit Antennen ausgestattet. Zudem ist auch darauf hinzuweisen, dass es in vielen Gegenden des Urner Berggebietes auch heute noch keinen keinen Handy-Empfang gibt, einen Empfang für Funkgeräte aber schon. Den Pilztourismus in Uri kennen wir nicht mehr. Der Regierungsrat ist aber bereit, auf Grund des Vorstosses der IG Freiheit das Reglement auf seine Wirksamkeit in der heutigen Zeit zu überprüfen.

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